Schon aus der
Jungsteinzeit sind menschliche Spuren nachweisbar: rohe
Steinwerkzeuge, Knochen, Topfscherben mit durchbohrten Ösen und
Knochen von Wölfen, Auerochsen und Renen.
Der Überlieferung nach
lebte zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Rübeland der Bergmann
Friedrich Baumann. Er war ein kräftiger und strebsamer Mann. Aber
seine mühsame und beschwerliche Arbeit im Schoß der Erde brachte
wenig Gewinn. Oft herrschte bitterer Mangel in dem kleinen Hausstand
des jungen Bergmanns und seiner hübschen Frau. Oft schlich
Friedrich Baumann einsam in den Felsen seiner Heimat umher und träumte
von den vielen verborgenen Schätzen, die er zu finden hoffte und
dann sein Kummer und Elend beenden würden. Einst fand er dabei im
dichtesten Gebüsch eine enge Felsenspalte, die später erweitert
wurde und noch lange Zeit den Eingang zur Höhle bildete.
Etwas Glück und planmäßige
Forschungsarbeit führten zur Entdeckung weiterer Abteilungen in der
Baumannshöhle und damit zu neuer Attraktivität. Dazu trug auch die
Durchführung bergbaulicher und baulicher Maßnahmen bei, die den Höhlenbesuchern
ab Anfang des 20. Jahrhunderts wesentliche und vor allem spürbare
Erleichterungen brachten.
Am 28. Juni 1866 war an der
Hasselfelder Straße eine kleine Menschenansammlung zu sehen. Wie ein
Lauffeuer verbreitete sich die Kunde, der aus Neuwerk stammende
Wegeaufseher Wilhelm Angerstein, habe eine Höhle entdeckt. Tatsächlich
hatte das Bergfeld am Hohen Kleef ein hunderttausendjähriges altes
Geheimnis preisgegeben. Zur Baumannshöhle und der Bielshöhle gesellte
sich eine dritte entdeckte Höhle, welche in der Zukunft für den Besucher
zugänglich gemacht wurde.Die
Entdeckung ist einem Zufall zu verdanken. Angerstein musste an der
Bergseite der Straße nach Hasselfelde Geröll- und Schuttmassen räumen.
Dabei legte er einen Felsspalt frei, aus dem ihm ein kalter Luftstrom
entgegen blies. Seine Untersuchung ergab, dass der Spalt 4,50 m tief war
und diesem sich ein niedriger, ausgedehnter Höhlenraum anschloss.
Ende 1868 nahm sich auf
"dienstliches Geheiß der Geheime Kammerrat" Hermann Grotian der
"Sechserdinghöhle" (nach Angersteins Spottname benannt) an. Er
veranlasste die ersten Vermessungen und Grabungen. Von seinem Vornamen
abgeleitet, entstand 1877 die neue Bezeichnung - Hermannshöhle. Der Name
des wahren Entdeckers, Wilhelm Angerstein, geriet nun in Vergessenheit.
Vor mehr
als 200 Jahren war neben der Baumannshöhle die Bielshöhle in aller Munde
und wies eine stattliche Besucherzahl auf. Heute der Schönheiten beraubt,
sind die leeren Grotten und kahlen Wände der Bielshöhle nur noch
Anziehungspunkt für Wissenschaftler, Höhlen- und Karstforscher,
Studenten und naturverbundene Heimatfreunde. Sie suchen nicht nur Naturschönheiten
und verwunschene Formen von Tropfsteinen, sie erforschen die Vorgänge im
Inneren der Höhle. Am 14. Juli 1672 besichtigten die Forstleute die durch
die Feuersbrunst verwüstete Stätte und entdeckten eine Öffnung im Berg.
Man vermutete hinter dieser Öffnung eine Höhle, ähnlich der damals
bereits bekannten Baumannshöhle, und verschloss sie mit einer Tür.
Zur Gruppe der Bielshöhle zählt
auch das Mundloch bei „Kamerun". Es liegt etwa 15 Meter über der
Talsohle oberhalb der scherzhaft „Kamerun" genannten Häusergruppe
der Märtensstraße inmitten eines schönen Lärchenbestandes. Das
Mundloch war von Abfällen und Unrat völlig verstopft. Es diente für die
Einwohner seit vielen Jahren als Müllplatz. Diese „Müllgrube"
wurde Ausgangspunkt der vorläufig letzten größeren Entdeckung in Rübeland.